>

instant-thinking.de

just enough to get you started and leave you confused

Mobiles Scannen mit dem Fujitsu ScanSnap iX100

| Kommentare

Ich verfüge schon eine ganze Weile über einen echt guten Dokumentenscanner. Den Fujitsu ScanSnap S1500M. Das Teil ist nach wie vor die Wucht in Tüten und tut genau das was es soll. Sehr gut und sehr zuverlässig.

Der S1500M ist allerdings völlig ungeeignet für den mobilen Einsatz, er ist ziemlich schwer, benötigt eine eigene Stromversorgung und muss per USB an einen Computer angeschlossen werden.

Ganz anders ist dagegen der neue ScanSnap iX100, der mich in einer schnörkellosen Pappbox erreichte.

iX100 Übersicht

  • Der Scanner ist sehr leicht und handlich
  • Er bezieht seinen Strom aus einem Standard USB-Port und kann auch über den eingebauten Akku betrieben werden.
  • Mit dem iX100 genügt ein Smartphone oder ein Tablet1 zum scannen. Klassische Computer gehen natürlich auch.
  • Nach Gusto verbindet man das Gerät über ein bestehendes WLAN oder lässt den Scanner gleich selbst eins aufspannen.

Das Gerät fasst sich gut an und ist wertig verarbeitet. An Bedienelementen verfügt es nur über eine einzige Scan-Taste2. Sympathisch.

Nach dem auspacken wird dann doch einmalig ein echter Computer benötigt um den Scanner ins lokale WLAN zu bringen. Nach dem kurzen und schmerzlosen Prozedere kann der Scanner aber dann per iPhone bedient werden. Die kostenlose ScanSnap Connect Application gewinnt sicher keinen Schönheitspreis3, ist dafür aber funktional und schnell.

Auch der Scanvorgang an sich ist für ein mobiles Gerät fix getan: Knappe 5 Sekunden für eine A4-Seite halte ich für respektabel.

Das Ergebnis4 kann sich durchaus sehen lassen. Da muss man sich mit einem Smartphone schon etwas anstrengen5 um ein ähnlich gutes Ergebnis zu erzielen.

Was aber dann doch negativ auffällt:

Direkt aus dem Gerät fehlt die OCR. Daher muss, soll irgend etwas sinnvolles mit dem Scan passieren, in jedem Fall nochmal eine extra Applikation für die Texterkennung sorgen. Entweder auf dem mobilen Gerät oder auf dem klassischen Computer.

Ein weiteres fehlendes Feature ist der automatische Duplex-Scan. Will man beide Seiten eines Papiers erfassen hilft nur manuelles Wenden.

Ich bin es außerdem gewöhnt, direkt einen ganzen Stapel Papier in einen Dokumentenscanner laden zu können. Das ist hier mit dem Einzelblatteinzug natürlich nicht möglich, bei dem geplanten mobilen Gebrauch des Scanners aber auch nicht so gedacht.

iX100 Einsatzgebiet

Der Scanner ist klar auf den mobilen Einsatz zugeschnitten. In einem Rucksack oder einer Laptoptasche fällt das Gerät mit seinen 400 Gramm wortwörtlich nicht ins Gewicht. Einen S1500M durch die Gegend zu schleppen ist im Vergleich völlig indiskutabel.

Das einzige Problem des Scanners ist daher auch, dass ich dieses Einsatzgebiet im wesentlichen nicht habe.

Ich dachte zunächst, dass man damit schnell und einfach die eintrudelnde Papierpost direkt nach dem Öffnen in den Paperless-Workflow6 einführen könnte. Also direkt da, wo man die Briefumschläge öffnet. Bei uns geschieht das halt üblicherweise in der Küche und so könnte man sich den Roundtrip ins Arbeitszimmer sparen.

Aber das hat sich letztlich als nicht soo praktikabel erwiesen. Was schade ist, denn der Scanner machte sich in der Küchenschublade echt gut.

Hier zahlt es sich dann in Sachen Effizienz aber doch aus, die Post eine gewisse Zeit als Papier in einem formschönen Posteingangskörbchen aufzuheben und dann gesammelt dem S1500M vorzuwerfen.

Sollte ich tatsächlich einmal in der Situation sein eine einzelne Seite on the road scannen zu müssen, so erledigt das mein iPhone mit Scanbot durchaus zufriedenstellend und erledigt auch direkt die OCR. Im Zweifel trage ich das Papier halt nach Hause.

iX100 Fazit

Das ideale Einsatzgebiet des iX100 ist daher klar im professionellen Road Warrior Bereich zu sehen. Die Anzahl der Seiten die unterwegs zu erfassen sind, sollte dabei im niedrigen, zweitstelligen Bereich liegen. Darunter tut es auch ein iPhone, darüber ist man besser mit einem Desktop-Scanner bedient. In diesem Mengengerüst7 leister der iX100 dann aber genau das, was man von ihm erwartet.

Full Disclosure: Der iX100 wurde mir freundlicherweise von Fujitsu/Akima zur Verfügung gestellt.

  1. Ich habe es mit iPhone 6 und iPad 2 ausprobiert, Androids sollten auch funktionieren…

  2. Diese leuchtet im Betrieb auch noch hübsch blau…

  3. Und ist auch nicht an die Displayabmessungen eines iPhones der 6er Baureihe angepasst…

  4. Sacht redigiert, OCR nachträglich mit PDFpen unter OS X erstellt…

  5. Und eine gute Beleuchtung haben…

  6. Der hier beschriebene Workflow ist derzeit arg im Umbruch…

  7. Das allerdings schon eine etwas enge Nische darstellt…

Comments